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WUSSTEN SIE ES?
Interssante Fakten über die Geschichte der "Wilhelm Gustloff"
 
  • Die "Wilhelm Gustloff" sollte ursprünglich "Adolf Hitler" genannt werden. Das Attentat auf Gustloff in der Schweiz bot die Gelegenheit, einen Nazi-Märtyrer zu schaffen. Während der Gedenkfeier ergriff der abergläubische Hitler, neben der Witwe Gustloffs sitzend, die Gelegenheit für die Namensänderung.

  • Die Gustloff wurde gelegentlich als das erste Kreuzfahrtschiff der Welt bezeichnet. Gemäß „P&O Cruises of Australia“ lief 1932 die „Strathaird“ – das erste Schiff, das hauptsächlich für Kreuzfahrten gebaut wurde – vom Stapel (www.pocruises.com.au/html/history.cfm). Es mag daher passender sein zu sagen, dass die „Wilhelm Gustloff“ Europas erstes Kreuzfahrtschiff war. Zu seiner Zeit war es das größte und am weitesten entwickelte Passagierschiff, dass je ausschließlich für Kreuzfahrten gebaut wurde. An vielen der heutigen modernen Kreuzfahrtschiffe kann man noch immer einzelne Elemente und Funktionalitäten sehen, deren Ursprung sich bis zur „Gustloff“ und deren Schwesternschiff „Robert Ley“ zurückführen lässt.

  • Entgegen einigen Quellen hatte die „Gustloff“ keine Rot-Kreuz-Markierungen als sie durch das U-Boot S-13 unter dem Kommando von Kapitän Marinesko torpediert wurde. Gegen Ende des Jahres 1940 wurde das Schiff in das typische Marinegrau umgestrichen, als es in Gotenhafen zum Kasernenschiff umfunktioniert wurde. Weiterhin wurden an Deck Flak-Geschütze aufgestellt, bevor das Schiff wieder auslief. (Manche glaubten, dass ein Luftangriff wahrscheinlicher war als ein U-Boot-Angriff.)


"An Eye For An Eye" by M.O. Cahill  ©2003

  • Gerüchten zufolge befand sich das „Bernsteinzimmer“ an Bord der Gustloff, als sie zu ihrer verhängnisvollen Reise startete. Das „Bernsteinzimmer“ war ein berühmter russischer Schatz, der 1941 außerhalb von Leningrad (St. Petersburg) von den Nazis geplündert wurde. Nach seinem Standortwechsel nach Königsberg (Kaliningrad) verpackten die Nazis ihn in große Holzkisten als klar wurde, dass die Ostfront zusammenbricht. Einer Theorie zufolge wurden diese Kisten auf die „Gustloff“ verladen, bevor diese am 30. Januar 1945 Gotenhafen verließ. Seit dem Untergang wurde das Wrack der „Gustloff“ immer wieder in seiner Ruhe gestört (der größte Teil der mittleren Sektion ist zerstört). Es existierten Gerüchte, dass die Russen nach etwas suchten und später ihre Spuren wieder verwischten.

  • In Kiel (dem eigentlichen Zielhafen der „Gustloff“ in der Nacht des Untergangs) warteten Hitlers neueste U-Boote auf 900 speziell ausgebildete Seemänner, die sich an Bord des dem Untergang geweihten Schiffes befanden. Die U-Boote gehörten dem neuen „Typ 21“ an und wurden als bahnbrechend betrachtet. Viele hatten sogar das Gefühl, dass dies den Ausgang des Krieges beeinflussen könnte. Einmal in Hand der Alliierten, wurde der „Typ 21“ zum Prototyp für die heutigen modernen U-Boote. Ähnlich profitierten auch die Sowjets von der Erbeutung deutsch U-Boote im Osten.

  • In der Überlieferung geht der Kapitän mit seinem Schiff unter. Im Fall der „Gustloff“ wurden alle 4 Kapitäne gerettet. Tatsächlich wurde eine große Anzahl von Männern gerettet, die – laut dem Autor Günter Grass – für sich selbst spricht.

  • Das U-Boot, das die „Gustloff“ versenkte, war ein von den Deutschen entwickeltes Boot. 1933 von einer deutschen Firma entworfen, wurde das Boot in Holland auf Kiel gelegt um die Verbote des Versailler Abkommens zu umgehen. Obwohl es 1939/40 gebaut wurde, entstand das „S-13“ aus einer illegalen Zusammenarbeit mit den Russen vor dem Krieg.

  • Gustloff war der erste NSDAP (Nazi)-Führer, der von einem Juden ermordet wurde. Viele glauben, dass ihn nur die Zeit davor bewahrte, mehr als ein Werkzeug des hysterischen Antisemitismus zu werden. Die Olympischen Spiele wurden während des Sommers von 1936 in Berlin durchgeführt. Im Oktober 1938 wurde ein weniger bekannter Nazi (Ernst vom Rath) in Paris von Herschel Grynszpan in Paris ermordet. Die Nazis nutzten seinen Tod als Auftakt für das Judenpogrom – einschließlich  der Kristallnacht – weniger als zwei Wochen nach seiner Ermordung.

  • Kapitän Petersen (befand sich in der Unglücksnacht auf der Brücke) diente als Kapitän auf der „Gustloff“ während ihrer zwei Notfälle. 1938 wurde er auf  der ersten Kreuzfahrt nach Madeira als Ersatz für Kapitän Lübbe eingesetzt, da dieser auf der Brücke an einem Herzversagen starb.

  • Viele Laien denken, dass der Schornstein eines Schiffes nur für die Ableitung der Hitze / des Dampfes aus dem Maschinenraum genutzt wird. Auf der „Gustloff“ enthielt er den Hauptwassertank, der sie auf jeder Reise mit 3400m³ Trinkwasser versorgte.

 

  • Das Datum 30. Januar verbindet unheimliche Zufälle der Geschichte der „Gustloff“. Die folgenden Begebenheiten ereigneten sich am 30. Januar:

-   Der ermordete Naziführer Wilhelm Gustloff wurde 1985 geboren.

-   Adolf Hitler wurde 1933 zum Reichskanzler gewählt, der Beginn des Nazi-Regimes in Deutschland

-   Die wohl bedeutendste Wendung des Krieges: die sechste Armee erlitt 1943 bei Stalingrad ihre Niederlage.

-    Der Untergang der Gustloff nach ihrer Torpedierung 1945.

  • Die Katastrophe der „Gustloff“ ist nicht die einzige unbekanntere Schiffskatastrophe. Während der gleichen Evakuierungsaktion – durchgeführt vom deutschen Großadmiral Dönitz – wurde die „Goya“ torpediert und sank am 16. April 1945. Mit schätzungsweise 6000-7000 Toten folgt diese Katastrophe an zweiter Stelle nach der “Gustloff”. Englands schlimmstes Seeunglück betrifft die „Lancastria“ (Truppenschiff; sank im Juni 1940; 5000 Tote). Über 4000 Menschen starben, als die „Dona Paz“ 1987 in den Philippinen mit einem Tanker kollidierte. Das größte Seeunglück in der Geschichte der Vereinigten Staaten (USA) betrifft die „Sultana“. Am 27. April 1865 verloren 1700 Menschen ihr Leben, als das Dampfschiff explodierte. Die meisten der Opfer waren POW Unionssoldaten, die sich nach Kriegsende auf der Heimreise befanden.

  • Dr. Ferdinand Porsche, Erfinder des Autos, das seinen Namen trägt und Erfinder des berühmten Volkswagen Käfer (ursprünglich KdF-Wagen genannt) nahm als Gast an Bord der Gustloff an einer ihrer Italien-Kreuzfahrten teil.

  • Zwischen der „Titanic“ und der „Wilhelm Gustloff“ gibt es einen ungewöhnlichen Zusammenhang. 1943 gab Hitlers Propagandaminister Goebbels einen Film über die „Titanic“ in Auftrag. Gedreht wurde in Gotenhafen und die „Cap Arcona“ diente als „Titanic“. Wie die „Gustloff“ wurde auch die „Cap Arcona“ als schwimmende Kaserne für U-Boot-Mannschaften genutzt. Quellen zufolge waren viele der im Film mitspielenden Komparsen nicht nur von der Besatzung der „Cap Arcona“ sondern auch von der zweiten U-Boot-Trainingsdivision auf der „Gustloff“.
 

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