| 30.
Januar |
Das Datum 30. Januar ist mit „unheimlichen“ Zwischenfällen in der
Geschichte der Gustloff
verbunden. Die folgenden Ereignisse geschahen an
einem 30. Januar:
-
1895 wurde der später ermordete Naziführer Wilhelm
Gustloff geboren.
-
1933 kam die Nazipartei in Deutschland an die Macht.
-
Im Wendepunkt des Krieges wurde 1943 die 6. Armee in
Stalingrad besiegt.
-
Letztlich: Die Gustloff wurde torpediert und versank an
diesem Tag im Jahre 1945.
|
| Der 2. Weltkrieg beginnt |
Der 2. Weltkrieg begann offiziell am 1. September 1939 als
Nazideutschland in Westpolen eindrang während
Sowjetrussland den östlichen Teil einige Wochen
später für sich forderte.
Innerhalb
3 Wochen wurde die Wilhelm Gustloff zum
Lazarettschiff D umfunktioniert und war in
Danziger Gebiet im Hafen von Gotenhafen
stationiert. Ironischerweise werden auf der
Gustloff mehr polnische als deutsche Soldaten
behandelt, sobald die Verletzten an Bord des
schwimmenden Hospitals gebracht wurden.
|
|
Fertigstellung
der Wilhelm Gustloff
|
Die
Gustloff wurde offiziell von ihrem Erbauer Blohm
& Voss fertig gestellt und war zur Nutzung
bereit am 15. März 1938. Über Nacht wurde ein
Testlauf durchgeführt..
|
|
Frankfurter, David
wird
verhaftet
|
Nach der Ermordung Wilhelm Gustloffs am 4. Februar
1936 war keine Jagd auf den Mörder nötig.
Frankfurter stellte sich selbst in einer
Polizeistation in Davos und berichtete von
seiner Tat. Nach anfänglichem Unglauben des
Beamten wurde Frankfurter letztendlich noch in
der gleichen Nacht in seine Zelle eingesperrt.
|
|
Frankfurter,
David Gerichtsverhandlung
|
Die Gerichtsverhandlung fand vom 9. – 14. Dezember
1936 in Chur (Schweiz) statt. Frankfurter wurde
als „schuldig“ befunden und zu lebenslänglicher
Strafe im Gefängnis verurteilt.
|
|
Frankfurter, David wird aus der Haft entlassen
|
Als
sich die Ereignisse des 2. Weltkrieges wendeten,
wandte sich Frankfurter an die Schweizer
Regierung und bat am 27. Februar 1945 um
Begnadigung. Sein Wunsch wurde gewährt und man
entließ ihn am 1. Juni aus der Haft. Er sollte
umgehend das Land verlassen und eine Entschädigung
zahlen.
|
|
Frankfurter,
David
stirbt
|
Frankfurter
starb an natürlichen Umständen am 19. Juli
1982 in Israel. Er hinterließ eine Frau und 2
Kinder.
|
|
Großer
Vaterlandskrieg
|
Der
Name der Russen für den w. Weltkrieg (1941 –
1945). Die Russen waren Verbündete Deutschlands
bis Deutschland im Juni 1941 in Hitlers
Operation „Barbarossa“ ins Land eindrangen.
|
|
Gustloff,
Wilhelm Ermordung
|
Am 4. Februar 1936 in seinem Haus in Davos (Schweiz). Getroffen
von 4 Schüssen, die David Frankfurter aus
unmittelbarer Nähe auf ihn abfeuerte. Er starb
umgehend.
|
|
Gustloff, Wilhelm Beerdigung
|
Die
Beerdigung Gustloffs fand am 12. Februar 1936 in
seiner Geburtsstadt Schwerin (Norddeutschland)
statt. Es ist ein staatliches Begräbnis, an dem
viele Würdenträger der Nazis teilnehmen.
Hitler selbst hielt die Grab- und Lobesrede ab.
|
|
Hitlers
Ansprache zum 12. Jahrestag
|
Hitlers
letzte Ansprache zu einem Jahrestag der Machter-
greifung der Nazis in Deutschland. Die Ansprache
– übertragen aus dem Reichstag – schallt
aus den Lautsprechern der Gustloff, als diese
Richtung Westen unterwegs war. Nur wenige
Minuten nach Ende der Ansprache (gegen 21 Uhr)
am 30. Januar 1945 wurde die Gustloff von 3
Torpedos getroffen.
Lesen
Sie hier
die Ansprache Hitlers.
|
|
Kiellegung
der Gustloff
|
Die Kiellegung erfolgte am 1. August
1936 in der Werft von Blohm & Voss in
Hamburg. Robert Ley, Führer der DAF und KdF,
Schlug den 1. symbolischen Bolzen in das Schiff.
|
|
Lingiad
|
Ein
wettbewerbsfreies weltweites Turnfestival in
Stockholm (Schweden) Ende Juli 1939. Es war
benannt nach einem Gründungsvater schwedischer
Turn- und Sporttherapie (heute besser bekannt
als Erfinder der „Schwedischen Massage“).
Die Gustloff wurde 2 Wochen lang als
schwimmender Schlafsaal für über 1000 Turner
genutzt, die für die einzelnen Veranstaltungen
per Motorboot von der Gustloff hin und wieder
zurück gebracht wurden. Typisch für diese Zeit
– aufgrund strenger Nazikontrollen: Die
Gustloff ankerte während dieser Zeit nicht in
einem schwedischen Hafen, da es nicht offiziell
als „Verbündetes Land“ galt.
|
|
Lübbe,
Carl
stirbt
|
Am 28. April 1938 erlag der 1. Kapitän der Gustloff während der
ersten “offiziellen” Kreuzfahrt des Schiffes
auf der Brücke einem Herzanfall. Dies geschah während des 2. Seetages auf der Madeirareise. Während seiner
kurzen Dienstzeit führte er die Gustloff während
ihres nächtlichen Testlaufes, 2 inoffiziellen
Kreuzreisen und während ihrer Zeit als
schwimmendes Wahllokal in England.
|
|
Nürnberger
Gesetze
|
2
von der Naziregierung im September 1935
herausgegebene Schlüsselgesetzte, die die Juden
wirksam (und formal) zu „Staatsbürgern
zweiter Klasse“ degradierten. Unter anderem
waren z. B. Eheschließungen und Beziehungen
zwischen Deutschen und Juden verboten. Deutsche
Juden verloren ihren politischen Status, ihre
Staatsbürgerschaft wurde aberkannt und sie
wurden zu „geringen Subjekten“. Die Nürnberger
Gesetze ebneten den Weg für weitere
schwerwiegende Anti-Juden-Gesetze, die die Juden
schließlich von all ihren menschlichen Rechten
entbanden. David Frankfurter erläuterte, dass
diese Gesetze der maßgebende Anlass für seinen
Wunsch waren, etwas gegen den Schweizer Naziführer
Wilhelm Gustloff zu unternehmen.
|
|
Olympische
Spiele
Tokio 1940
|
Während
des Stapellaufes des Schiffes, das seinen Namen
trug, gab Robert Ley (Führer der DAF) an, daß
er seine KdF-Schiffe (inklusive der Gustloff) zu
den 1940 geplanten Olympischen Spielen nach
Tokio senden würde.
Er
erwartete, daß ein Konvoi von bis zu 12
Schiffen mit Arbeitern und Sportlern an Bord über
Amerika in den Fernen Osten segeln würde. Die
Olympischen Spiele wurden jedoch nach dem
Ausbruch des 2. Weltkrieges abgesagt.
|
|
Operation
Barbarossa
|
Der
Deckname für die Invasion Nazideutschlands in
der Sowjetunion im Juni 1941. Die Durchführung
der Operation Barbarossa sollte sich als Hitlers
größter Fehler erweisen. Die Brutalität der
Nazis während der Invasion wurde mit gleicher
Intensität vergolten, als der Krieg sich seinem
Ende näherte. Sie lieferte die Ursache für die
Massenpanik der Deutschen / Ostpreußen und für
die Angst vor den Russen, die tausende Flüchtlinge
in die Häfen trieb, um mit Schiffen wie der
Gustloff zu fliehen.
|
|
Operation
Hannibal
|
Operation
Hannibal (auch unter dem Namen „Dunkirk“
bekannt) ist – bis heute – die größte
Evakuierung auf See.
Hannibal
wurde im Januar 1945 von Admiral Dönitz
befohlen, um Deutsche aus dem Gebiet des Golf
von Danzig in den Westen zu evakuieren. Die
Gustloff war eins der über 1100 Schiffe, die an
der Operation beteiligt waren. Trotz des
tragischen Untergangs der Gustloff (sowie der
Steuben und der Goya) konnten während der
Operation Hannibal über 2 Millionen Deutsche
gerettet werden – ein überwältigender
Erfolg.
|
|
Operation
Seelöwe
|
Der
Deckname von Hitlers geplanter Invasion in
England im Jahre 1940. Die Wilhelm Gustloff –
und viele andere Schiffe – wurden nach Wesermünde
beordert, um dort die Operation vorzubereiten,
die schließlich auf den 17. September 1940
verschoben wurde. Die Gustloff (offiziell
bekannt als Lazarettschiff D) wurde in Rotterdam
(Niederlande) stationiert, um verwundeten
Soldaten zu helfen.
|
|
Pegaway-Rettung
|
Während der 2. Reise
der Wilhelm Gustloff am 3. April 1938 empfing
der Funkraum ein SOS des englischen
Kohledampfschiffes Pegaway. Das Schiff fiel
einem heftigen Sturm im Englischen Kanal zum
Opfer. Es war beschädigt, steuerlos und dem
Untergang nahe. Kapitän Lübbe ordnete umgehend
an, Kurs auf die Pegaway zu nehmen. 19 Seeleute
des dem Untergang geweihten englischen Schiffes
konnten mit einem der Motorboote der Gustloff
gerettet werden.
|
|
Spanischer
Bürgerkrieg
|
Zwischen
1936 und 1939 herrschte in Spanien ein
verheerender Bürgerkrieg zwischen den
Republikanern und den Nationalisten.
Nazideutschland unterstützte die Nationalisten,
die unter der Führung des faschistischen
Diktators Francisco Franco letztlich siegten.
Dieser Konflikt war zugleich eine gute
Vorbereitung/Prüfung für die Kriegsmaschinerie
der Nazis, die Truppen, Ausrüstung und Waffen
lieferten. Ungefähr 20000 Deutsche dienten als
Teil der berüchtigten Legion Kondor in Spanien.
Nach offiziellem Kriegsende gegen Ende May 1939
wurde die Wilhelm Gustloff von ihren
Kreuzfahrtpflichten entbunden und zum Hafen von
Vigo (Spanien) beordert. Die Gustloff und ein
Konvoi deutscher Schiffe holten über 1400
Truppenmitglieder der Legion Kondor ab und
brachte sie zurück nach Hamburg, wo sie mit
Triumph begrüßt wurden.
|
|
Stapellauf
der Gustloff
|
Der Stapellauf fand am 5. Mai
1937 in der Schiffswerft #511 von Blohm &
Voss in Hamburg (Deutschland) statt. Weitere 10
Monate wurden für die Fertigstellung des
Schiffes benötigt und bis es bereit für die
erste Testfahrt war.
|
|
Testlauf der Gustloff
|
Nach
der offiziellen Fertigstellung der Wilhelm
Gustloff am 15. März 1938 wurde über Nacht
eine Testfahrt in der Nordsee durchgeführt. An
Bord befanden sich hauptsächlich Mitarbeiter
des Erbauers (Blohm & Voss). Obwohl es eine
stürmische Fahrt war, hinterließ diese Fahrt
bei den Passagieren – sie waren sehr stolz und
froh, an Bord des fortschrittlichsten
Passagierschiffes der Welt sein zu dürfen -
einen sehr positiven Eindruck. D
|