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Bartels, Heinrich

Kapitän Bartels war Marineoffizier Mitte fünfzig, als er die Leitung der Logistik für die Operation "Hannibal" übernahm. Stationiert in Gotenhafen, dem heutigen Gdynia, unterstand er direkt Admiral Buchardi, der wiederum Großadmiral Dönitz unterstand

Bertram, Heinrich

Der dritte Offizier der "Gustloff". Er wurde zum Nachfolger des Kapitäns bestimmt, nachdem Carl Lübbe während der Jungfernfahrt nach Madeira auf der Brücke einer Herzattacke erlag. Friedrich Petersen war der Ersatzkapitän, der die Reise zu Ende bringen sollte. Bertram war der am längsten dienende Kapitän an Bord der "Gustloff". Er verbrachte den größten Teil seiner Dienstzeit auf der „Gustloff“ und erlebte sie als Hospitalschiff und ab dem 20. Februar 1944 als schwimmende Kaserne.

Bonnet, Max

Oberstewart auf der "Gustloff". Er war derjenige, der - noch in seinem weißen Jackett gekleidet - der Besatzung Cognac servierte, als in der Nacht des 30. Januar 1945 die Torpedos das Schiff bereits getroffen hatten.

Brickmann, Kommandant

Kommandant des Torpedofangbootes TS2, das um 03:00 Uhr die Stelle des Unterganges der "Gustloff" am 30. Januar 1945 erreichte und die Rettungsaktion aufnahm. (gemäß dem Buch „The Cruelest Night“ von Dobson, Miller & Payne; es bleibt jedoch die Frage nach der Richtigkeit dieser Angabe.)

Brinkmann, Woldemar

1890-1959

Der Architekt, Designer und Professor aus München, der die Inneneinrichtung der "Gustloff" und der "Robert Ley" entwarf. Er war der bevorzugte Innenarchitekt von Adolf Hitler. Seine ersten großen Schiffsprojekte waren die "Scharnhorst" und die "Gneisenau" für den Norddeutschen Lloyd im Jahr 1934.

Buchardi, Theodore

Er war verantwortlich für die Leitung der Operation "Hannibal" im Bereich der östliche Ostsee und der preußischen Küste. Ein Hardliner, der nach der Parole „Kampf bis zum letzten Mann“ lebte. Er unterstand Admiral Dönitz.

Dankel, Leutnant

Ein Offizier der 2.U-Bootdivision an Bord der "Gustloff", der versuchte, die Rettungsmaßnahmen beim Untergang zu koordinieren. Er hielt die Flut der aufgebrachten Menschen zurück und feuerte Warnschüsse über die Köpfe der Offiziere der Besatzung hinweg, die versuchten, nur sich selbst zu retten.

Diewerge, Wolfgang

Reicher Nazi -Autor, der an zwei antisemitischen Büchern über die Ermordung Wilhelm Gustloffs mitwirkte: "Der Fall Gustloff", gefolgt von "Ein Jude hat geschossen" im Jahr 1937.

Dönitz, Karl

(1891-1980)

Großadmiral der deutschen Kriegsmarine. Er befahl die Operation "Hannibal" - die größte seegestützte Evakuierung der Geschichte, an der auch die "Gustloff" beteiligt war. Er diente der Marine in beiden Weltkriegen. Er stieg schnell auf und kommandierte die berühmte deutsche U-Bootwaffe in der Schlacht im Atlantik im zweiten Weltkrieg. Nach Hitlers Selbstmord wurde er durch dessen letzten Willen zum Reichskanzler von Deutschland. Seine Amtsperiode dauerte nur 20 Tage. Die Ironie des Ganzen: Dönitz war nie Mitglied der Nazi-Partei.

Ehrenburg, Ilya

(1891-1967)

Ein russischer Schriftsteller und Journalist, der durch seine Artikel in der „Krasnaya Zvezda“ berühmt wurde, in denen er seinen leidenschaftlichen Hass auf die deutschen Feinde kundtat. Die Sowjet-Soldaten liebten seine Werke. Viele

Historiker meinen, dass durch sie die brutale Rache der Roten Armee für die Besetzung Russlands intensiviert worden ist -

eine Rache, die viele Ostpreußen zwang, mit Schiffen wie der Gustloff umgehend nach Westen zu fliehen.

Fick, Werner

Ein Offizier auf dem VP-1703, einem alten Marine-Kurierboot. Er fand den letzten Überlebenden der "Gustloff", nachdem das Schiff gesunken war. Es war ein Baby, das blau vor Kälte und nackt zwischen Erfrorenen in einem Rettungsboot überlebte. Er adoptierte das Kind, als seine Eltern nicht mehr ausfindig gemacht werden konnten.

Frankfurter, David

(1909-1982)

Kämpfender jüdischer Medizinstudent, der am 4.Januar 1936 Wilhelm Gustloff in Davos (Schweiz) erschoss. Er handelte aus freien Stücken und wurde nach seinem Prozess für den Rest des Krieges eingesperrt. Als der Höhepunkt des Krieges vorbei war, wurde er begnadigt und am Ende des zweiten Weltkrieges freigelassen. Er ließ sich in Palästina nieder und wurde beim Verteidigungsministerium des Staates Israel angestellt, als der Staat gegründet wurde.

 

In seiner Jugend erkrankte er an Tuberkulose. Zwischen seinem 6. und 23. Lebensjahr wurde er fünfmal operiert. Bei einer der Operationen blieb hinter einem Ohr ein Loch zurück. Ironischerweise besserte sich sein Gesundheitszustand erst während seiner Haft in einem Schweizer Gefängnis, in dem er wegen der Ermordung Gustloffs eingesperrt war.

 

Als junger Mann beschloss er Arzt zu werden und studierte sporadisch an namhaften Bildungseinrichtungen der Schweiz. Die letzte Schule die er besuchte, war die Uni von Bern. Hier hoffte er, seine Doktorarbeit über Erkenntnisse von Krebs schreiben zu können. Gesundheitliche Probleme, interne Uneinigkeit und seine ständige Achtsamkeit vor der Nazi-Bedrohung verhinderten den Erfolg jedoch und beeinträchtigten zudem seine Konzentrationsfähigkeit bei seinen Studien.

 

David Frankfurter starb im Jahr 1982 eines natürlichen Todes im Alter von dreiundsiebzig Jahren. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder.

Frankfurter, Moritz

David Frankfurters strenger Vater und Rabbi der Stadt Daruvar/Jugoslawien (heutiges Kroatien).

 

Obwohl er das Attentat seines Sohnes denunzierte, so litt er dennoch unter der Handlung von David. Als die Nazis in Jugoslawien einfielen, stand die Familie Frankfurter auf der Liste der SS-Feinde. Am 06. April 1941 wurde Moritz gefangen genommen und öffentlich gefoltert.

Galitsky, K. N.

General im Stab der 11. Gardearmee und verantwortlich für den ersten Vorstoß der Roten Armee nach Deutschland über die Vorkriegsgrenzen um Nemmersdorf.

Gustloff, Hedwig

Frau des ermordeten Naziführers Wilhelm Gustloff. Sie stand auf der Plattform des Schiffes, das den Namen ihres Mannes – Wilhelm Gustloff – trug und taufte das Schiff. Paradox: Ungeachtet der Position ihres Ehemannes arbeitete sie bereits kurz nach ihrer Heirat gelegentlich für den jüdischen Rechtsanwalt Moses Silberroth in Davos.

Gustloff, Wilhelm

(1896-1936)

Deutscher Führer der Schweizer Nazipartei. Gustloff wurde in seinem Haus von David Frankfurter erschossen, einem Juden, der über den Eingriff der Nazis in Europa besorgt war.

 

Sowohl Frankfurter als auch Gustloff litten an einer Form der Tuberkulose. Gustloffs Zustand beeinträchtigte seine Lungen.

Dieser Umstand sorgte dafür, dass ihn sein Arzt 1914 nach Davos (Schweiz) schickte. Davos war bekannt für seine Sanatorien und für die klare Bergluft.

 

Gustloff hätte bevorzugt, in der Armee zu dienen, was jedoch sein gesundheitlicher Zustand nicht erlaubte. Stattdessen wurde er Verwalter für Wetterkarten auf einer deutschen Wetterstation in Davos. Bei einer Reise nach München 1923 wurde er einer der ersten Mitglieder der bis dahin größtenteils unbekannten Nazipartei. Er nahm deren Thesen mit nach Davos und beabsichtigte, das Nazitum in der Schweiz zu gründen und zu stabilisieren. Schnell errang er den Titel „Landesgruppenleiter“.

 

Heimlich erstattete er Report nach Deutschland über ausländische Staatsbürger in der Schweiz oder über Besucher aus Deutschland. Sein Augenmerk richtete sich besonders auf jene, die keine Mitglieder der Nazipartei waren oder die abfällige Bemerkungen über die Partei lieferten.

 

Nach seiner Ermordung wurde Gustloff zum Märtyrer und Helden des Nazitums stilisiert und wurde in einem staatlichen Begräbnis in Schwerin beigesetzt. Auf diesem Begräbnis entschied sich Hitler für den Namenswechsel des KdF-Schiffes, das bis dahin seinen Namen tragen sollte, in „Wilhelm Gustloff“.

Hanefeld, Helmut

Reserveleutnant auf dem Marine-Kurierboot VP-1703, das als letztes Überlebende der „Gustloff“ rettete. Tatsächlich war es nur ein einziger Überlebender: ein Kind, das auf wundersame Weise zwischen erfrorenen Körpern in einem Rettungsboot überlebte.

Henigst, Hans

Kommandant des Kreuzers "Admiral Hipper". Sein Versuch, an der Rettungsaktion bei der Unglücksstelle der „Gustloff“ teilzunehmen, war erfolglos. Er ordnete daher an, dass sein Schiff das Gebiet verlassen sollte, um so einem möglichen U-Boot-Angriff durch sowjetische U-Boote auszuweichen, damit die „Gustloff“ nicht ein weiteres Mal gefährdet wird.

Hering, Robert

Kommandant des Torpedobootes T-36, das die Gustloff in dem Moment erreichte, als sie in den Fluten versank. Ursprünglich als Eskorte für die "Admiral Hipper" eingeteilt, wurde Robert Hering von deren Kommandant zur Rettung der Schiffbrüchigen der Gustloff eingeteilt.

Hitler, Adolf

(1889-1945)

Führer der Nazi-Partei(NSDAP) in Deutschland seit den frühen Zwanzigern bis zur Übernahme der Kontrolle über das Land am 30. Januar 1933. Als die Rote Armee die Stadt eingeschlossen hat, begeht er am 30. April 1945 in seinem Bunker in Berlin Selbstmord.

 

Hitler erklärte Marinesko, den Kommandanten des S-13, zu seinem persönlichen Feind, als dieser die "Gustloff" torpedierte.

 

Jahre vorher hat Hitler selbst Wilhelm Gustloff auf dessen Beerdigung in einer Lobrede gewürdigt. In dieser Zeit ergriff der abergläubische Führer die Gelegenheit, das KdF-Schiff, welches bis dahin seinen Namen am Bug tragen sollte, umzubenennen.

Jeissle, Eugen

Leiter der Borddruckerei auf der "Gustloff" im Januar 1945. Er war verantwortlich für den Druck der begehrten Fahrkarten. Er nutzte die gleiche Presse, die in glücklichen Vorkriegstagen die Speisekarten auf den Kreuzfahrten druckten.

Kaufmann, Karl

(1900-1969)

Reichsbeauftragter für Schifffahrt und Gauleiter von Hamburg. Er leitete die Handelsschifffahrt, bis Admiral Dönitz die Kontrolle übernahm, um eine reibungslose

Zusammenarbeit mit der Flotte während der Operation Hannibal zu gewährleisten.

Koch, Erich

(1896-1986)

Gauleiter der NSDAP in Ostpreußen. Er war ein extrem nationalistischer Hardliner und verantwortlich für die Deportation (Verschickung) hunderttausender Menschen in ihren Untergang in den Todeslagern.

 

Als die Rote Armee das Gebiet einschloss, gab der feige Erich Koch die Anweisung, dass alle Deutschen bis zum bitteren Ende kämpfen sollten, während er heimlich mit all seinen Gütern (vieles davon war gestohlen) die Flucht nach Westen plante.

 

Er wurde 1949 in Hamburg von den Alliierten gefasst und nach Warschau ausgeliefert. 1958 wurde er auf einem Kriegs- verbrechertribunal verurteilt und verbrachte die Jahre bis zu seinem Tode (1986) in Gefangenschaft.

Köhler, (Kapitän)

Einer der beiden Handelsschiffkapitäne auf der Brücke der "Gustloff" in der Nacht des Untergangs. Er war einer der vier Kapitäne während der Katastrophe, die alle 4 überlebten.

Knust, Walter

2. Ingenieur der Gustloff. Walters Frau Paula war in der Nacht des Untergangs bei ihm. Beide überlebten das Unglück.

Kurochkin, Vladimir

Torpedomaat an Bord des U-Bootes S-13. Er entdeckte, dass Torpedo 2 („Für Stalin“) voll aktiviert im Abschussrohr des S-13 stecken blieb. Dieser Torpedo war – wie die anderen drei auch – für die Gustloff bestimmt. Durch seine schnelle Reaktion und mit ein wenig Glück konnte er – nach bangen Momenten – den Torpedo unschädlich machen. Stämmig und kräftig von der Statur her, war Vladimir bei der Mannschaft für seine Liebe zur anschaulichen (farbigen / blumigen) Sprache bekannt und beliebt

Lange, Rudi

Funker auf der Wilhelm Gustloff in der Nacht des Untergangs, damals 21 Jahre alt. Das SOS erreichte nie sein Ziel, da die Funkstation durch einen Torpedotreffer zerstört wurde. Das Torpedoboot „Löwe“, das die Gustloff als einziges Boot eskortierte, übernahm die Aufgabe, Langes SOS weiterzuleiten.

Ley, Robert

 (1890-1945)

Dr. Robert Ley (begleitete die Doktorwürde der Chemie an der Universität Bonn), war von 1933 bis 1945 Leiter der Deutschen Arbeiterfront (DAF). Die DAF wurde von Hitler ins Leben gerufen, um alle anderen Gewerkschaften in Deutschland auszuschalten. Dies geschah durch Einzug des Vermögens und Verhaftung aller Gewerkschaftsführer.

 

Die DAF war die übergeordnete Organisation der „Kraft durch Freude“ (KdF), die für den Unterhalt und den Betrieb der Gustloff verantwortlich war.

 

Ley wurde unumstrittener Führer der Bewegung, die unter ihm 25 Millionen Mitglieder erreichte. Er war aber ebenso für seine Trunksucht und seinem Hang zu Frauen bekannt.

 

Nach Kriegsende floh er nach Berchtesgaden (Österreich), wurde jedoch Mitte Mai von der 101. Luftdivision der US-Army gefasst. Man stellte ihn – besonders wegen seiner Rolle betreffend der Zwangsarbeit -  als Kriegsverbrecher vor das Nürnberger Tribunal. Er entging jedoch seiner Verurteilung, da er sich noch vor seinem Prozess in seiner Zelle erhängte.

Löbel, Franz

Chefingenieur der "Gustloff" im Januar 1945

Lübbe, Carl

(unbekannt-1938)

Er war der erste Kapitän der „Wilhelm Gustloff“ – eine Ehre, die er nur für etwas mehr als einen Monat genießen konnte. Er kommandierte das Schiff während seiner Testfahrt, während zwei früheren Kreuzfahrten und während der Reise nach England als „schwimmendes Wahllokal“.  Er starb während der ersten offiziellen Kreuzfahrt nach Madeira auf der Brücke.

 

Lübbe kommandierte vorher ein anderes KdF-Schiff: Das „Monte Sarmiento“.

Ludwig, Emil

 (1881-1948)

Ein schweizerdeutscher Autor, der durch seine Biographien bekannt wurde. Er schrieb „Der Mord in Davos“. Unmittelbar nach der Ermordung Gustloffs im Februar 1936 geschrieben, stellt Ludwig in diesem Buch die Eindrücke und Beweggründe von David Frankfurters Tat dar. Er stellt dabei klar, dass er im Sinne der Gerechtigkeit handelte und dabei speziell in Hinblick auf die deutsche Regierungspolitik. Ludwig verabscheute den Nationalsozialismus und emigrierte in die USA, wo er während des Krieges antifaschistische Druckschriften für die US-Regierung verfasste.

Lyssy, Rolf

Autor und Regisseur des Filmes „Konfrontation“ von 1975, der von der Ermordung Gustloffs und David Frankfurters Prozess handelt. Eine Kopie dieses Films zu erhalten ist sehr schwierig, doch es ist bekannt, dass er – unter den Bezeichnungen „Assassination in Davos“ oder „Confrontation“ – mit englischen Untertiteln erhältlich ist.

Luth, Gerhardt

Zahlmeister der "Gustloff", Januar 1945

Marinesko, Alexander I.

(1913-1963)

Marinesko, Kapitän des russischen U-Bootes S-13, wurde von Hitler aufgrund seiner Schuld am Untergang der Wilhelm Gustloff und der Steuben als dessen „persönlicher Feind“ erklärt.

Er verfügte über hervorragende Kenntnisse, Fähigkeiten und Kühnheit auf See, aber Marineskos Verhalten an Land brachte ihm während seiner Karriere immer wieder Ärger ein. Er erwartete eine Anerkennung seiner Kommandanten für den größten U-Boot-Treffer in der Geschichte, wurde jedoch in das gefürchtete Gulag Kolyma geschickt.

Marinesko wurde am 15. Januar 1913 in Odessa geboren. Seine Mutter war Ukrainerin und sein Vater Rumäne. Marinesko wuchs in Odessa während der unruhigen Zeiten des Bürgerkrieges auf. Die sowjetische Herrschaft griff auch in seiner Region um sich. Er lernte, sich auf seinen Instinkt und Überlebenschancen zu verlassen.

Nachdem er im Alter von fünfzehn Jahren die Schule verließ, heuerte er auf einem Frachtschiff als Kabinenjunge an. Ein Funktionär erkannte sein Talent und innerhalb einem Jahr verschaffte man ihm einen Platz am Marineinstitut in Odessa. Auf der „Black Sea“, einem Küstenschiff, das regionale Häfen belieferte, wurde er zum ersten Maat befördert.

Nach der dramatischen Rettungsaktion eines Torpedobootes, an der Marinesko beteiligt war, wurde er zur Marine versetzt. Nach einem einjährigen nautischen Studium fand er seine wahre Berufung, als er zur U-Boot-Marine wechselte. Nach Einsätzen auf den U-Booten „SC-306“ und „M-96“ (ab 1941), erhielt Marinesko 1943 das Kommando auf dem „S-13“.

Nachdem er die „Gustloff“ und auch die „Steuben“ versenkt hatte, verweigerte ihm die sowjetische Marine die offizielle Anerkennung. Erst viele Jahre später sollte sein Beitrag offiziell gewürdigt werden. 1963 - nach seiner Zeit in Gulag -  wurde er von loyalen Seeleuten und Gleichgesinnten, die ihn nie vergessen würden, für seine Taten geehrt. Nur 3 Wochen nach der Ehrenfeier erlag er seinem Krebsleiden.

Vor seinem Tod erhielt Marinesko zahlreiche Auszeichnungen, doch der „Held der Sowjetunion“ (bezeichnend durch den goldenen Stern mit dem roten Band) wurde ihm verwehrt. Diese Auszeichnung wurde ihm erst 1990 posthum von Gorbatschow verliehen.

Oryel, Alexander Y.

Kapitän ersten Ranges der sowjetischen Marine und Marineskos befehlshabender Offizier. Er verhinderte (bzw. verzögerte), dass Marinesko Ärger mit dem NKWD bekam. Marinesko war schuld daran, dass das S-13 Anfang Januar 1945 nicht zur geplanten Zeit in Hangö auslaufen konnte.

Petersen, Friedrich

Als alter und erfahrener Seemann hatte er die einzigartige Erfahrung, die „Gustloff“ zu kommandieren – auf dem Höhepunkt ihrer Karriere bis hin zu ihrem Untergang.

 

1938 vollendete er eine Kreuzfahrt, nach dem der erste Kapitän der „Gustloff“ einem Herzinfarkt erlag.

 

Am 30. Januar 1945 stand er – im Alter von siebenundsechzig Jahren – als offizieller Kapitän auf der Brücke der „Gustloff“.

 

Als das Schiff im Februar 1944 in Gotenhafen vor Anker lag, übernahm er das Kommando, das bis dahin Kapitän Bertram oblag.  Nach Kriegsbeginn wurde er von den Briten gefangen genommen und als Kriegsgefangener fest gehalten. Da er als „zu alt“ eingestuft wurde, um eine Gefahr für die Alliierten darzustellen, schickte man ihn nach Deutschland zurück. Er musste jedoch ein schriftliches Versprechen abgeben, nie mehr das Kommando über ein Schiff zu übernehmen. Es schien daher ein perfekter Kompromiss, dass er als Kapitän der „Wilhelm Gustloff“ diente, die fast dauerhaft im Hafen lag und als Unterkunft für U-Boot-Einheiten genutzt wurde.

 

Petersen überlebte den Untergang. Er fuhr jedoch nie wieder zur See und starb kurz nach Kriegsende.

Pikhur, Andrei

28-jähriger Petty Officer (Wachoffizier) auf dem S-13. Er war der Torpedoexperte des U-Bootes und hielt während der  der Verfolgung der Gustloff Ausschau.

Porsche, Ferdinand

(1875-1951)

Gründer gleichnamiger Firma und Namensgeber des berühmten Autos (eigentlich in den 50er Jahren von seinem Sohn entworfen). Porsche entwarf nach einer groben Skizze von Adolf Hitler den Volkswagen Beetle (im Nazi-Deutschland bekannt als „KdF-Wagen“). Während der Italienkreuzfahrt befand sich Porsche als Gast an Bord der „Gustloff“.

Prüfe, Paul

Kapitänleutnant und Kommandant des Torpedobootes „Löwe“, das die „Gustloff“ in der Nacht ihres Untergangs eskortierte.

Redkoborodov, Nikolai

24jähriger Navigator aus Leningrad, der sich im Januar 1945 auf dem S-13 befand.

Reese, Louis

Kapitän Petersens erster Offizier und Freund; befand sich im Januar 1945 an Bord der „Gustloff“.

Reitsch, Wilhelmina

Frau Reitsch, stationiert in Gotenhafen, befehligte 10.000 Marinehelferinnen. Sie entschied, dass die „Gustloff“ das erste Evakuierungsschiff sein würde, auf das ihre „Mädchen“ gehen würden Die meisten der 400 Mädchen, die dafür ausgewählt wurden, verloren durch den Einschlag des zweiten Torpedos ihr Leben. Der Torpedo traf den Swimmingpool, der ihnen als Unterkunft diente.

Richter, Hellmut Dr.

Marine-Oberstabsarzt und Schiffsarzt der „Gustloff“; Januar 1945.

Richter, Heinz

Funker auf dem Torpedoboot „Löwe“, das den SOS-Ruf der Gustloff empfing und weiterleitete.

Rickmers, Henry

Leutnant und Kommandant des „M-341“, dem Minensuchboot, das in der Unglücksnacht 37 Überlebende der „Gustloff“ rettete.

Schön, Heinz

(1926-    )

Autor und Gustloff-Historiker. Er war Assistent des Zahlmeisters der Gustloff und befand sich in der Nacht des Untergangs (30. Januar 1945) an Bord des Schiffes.

 

Herr Schön verwaltet das Gustloff-Archiv in Bad Salzuflen, Deutschland.

Schnaptsev, Ivan

Wachoffizier des S-13 und verantwortlich für die Horchgeräte. 23 Jahre alt und schmächtig.

Segelken, Friedrich

Kapitän des Frachters "Göttingen", der in der Unglücksnacht 28 Überlebende der „Gustloff“ rettete.

Silberroth, Moses

Jüdischer Rechtsanwalt in Davos (Schweiz). Wilhelm Gustloffs Frau Hedwig erledigte von Zeit zu Zeit Schreibarbeiten für ihn, um ihr Einkommen aufzubessern. <