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UMBAU
ZUR “SCHWIMMENDEN KASERNE”
Wir
schreiben den 20. November 1940 und der Winter hält
Einzug in Gotenhafen. Erneut beginnt für die Wilhelm
Gustloff eine Metamorphose – die zweite innerhalb
eines Jahres. Während der nächsten Wochen wird das
Schiff zu einer „schwimmenden Kaserne“ für die 2.
U-Boot-Trainingseinheit, der ca. 1.000 U-Boot-Seemänner
angehören, umgebaut.
Das
Innere des Schiffes leert sich.
Die medizinischen Gerätschaften werden abgebaut
und entfernt.
Ärzte, Schwestern und Krankenpfleger sind
verschwunden – entlassen oder abberufen. Nur eine
handvoll Männer für die Wartung der Maschinen bleibt auf
dem Schiff. Auch Kapitän Bertram bleibt an Bord, obwohl
er die Gustloff nicht länger zur See schicken kann –
ein frustrierender Zustand für einen solch erfahrenen
Seemann wie ihn.
Außen ersetzt ein
marinegrauer Anstrich das leuchtende Weiß mit den grünen
Streifen, das die Gustloff
als Lazarettschiff trug. Die roten Kreuze werden vom
Schornstein entfernt und zurück bleiben nur kaum
sichtbare Abdrücke des KdF-Logos. Sichtbarkeit ist nicht
länger das Ziel sondern Tarnung. Die Wilhelm
Gustloff liegt nicht länger unter dem Schutz des
internationalen Gesetzes, den es während der Zeiten als Lazarettschiff
D genoss. Zum ersten Mal ist das ehemalige Kreuzschiff
ein legitimiertes militärisches Ziel.
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Ein sehr
interessantes Foto von 1941, das die Gustloff
(im Hintergrund) während ihrer farblichen
Umgestaltung zeigt. Im Vordergrund ist das
Torpedoboot Löwe
zu sehen – das Boot, das am 30. Januar 1945 eine
äußerst wichtige Rolle spielen wird.
Quelle: SOS Shicksale Deutscher Schiffe Nr.
23, 1953 |
Den
größten Teil ihrer Zeit (über vier Jahre) wird die
Gustloff als Kaserne für U-Boote verbringen. Das
strukturierte und disziplinierte Training der jungen
U-Boot-Mannschaft erzielt wirksame Ergebnisse in den frühen
Kriegsjahren. Als er 1942 das Kommando über die Rekruten
übernimmt, stellt Kommandant Wilhelm Zahn ein rigoroses
Trainingsprogramm sicher.
Während
der Krieg unaufhörlich fortschreitet, werden die Rekruten
immer jünger und man verkürzt die Ausbildungszeit.
Die
Chancen derer, die auf den deutschen U-Booten eingesetzt
werden, sind gering, da nur einer von zehn den Krieg überleben
wird.
DER
ANFANG VOM ENDE
Gut
beschützt hinter feindlichen Grenzen und durch die
sichere Kontrolle der Ostsee durch die deutsche Marine,
geschieht in Gotenhafen in den ersten Jahren nicht viel.
Admiral Karl Dönitz, verantwortlich für die
Kriegsmarine, besucht Gotenhafen im März 1943. Zu dieser
Zeit erscheinen ominöse Zeichen. Nachdem man den Pakt mit
Stalin gebrochen hatte und 1941 in die Sowjetunion
einfiel, zogen sich die Fronten zurück. Sie sind jedoch
noch weit entfernt von Danzig.
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source:
Gustloff Archiv |
Amerikanische
Bomber der 8. Luftwaffe erreichen den Himmel über
Gotenhafen am 9. Oktober 1943. Ein Bombenregen fällt auf
den Hafen nieder. Die Gustloff kann diesem Unglück gerade
so entkommen. Eine Bombe, die im Wasser an der
Steuerbordseite explodiert, reißt „nur“ ein 1.5m
langes Loch in den Rumpf. Andere Schiffe im Hafen haben
kein so großes Glück. Viele – so auch das
Lazarettschiff Stuttgart (ein anderes Schiff aus früheren sorgenfreien
KdF-Kreuzfahrtzeiten) - gingen bei dem Angriff unter.
Am
20. Februar 1944 kehrt Friedrich Petersen als Kapitän zurück.
(Kapitän Bertram empfängt seinen Wunsch, mit einem
aktiven Schiff in See zu stechen und soll am 21. in
Hamburg Bericht erstatten.) Petersen
hat – seit er die Gustloff während einer Kreuzfahrt zu
Friedenszeiten kommandierte – fast eine Tortur hinter
sich. Er wurde von den Alliierten gefangen genommen und
als Kriegsgefangener gehalten. Er wurde jedoch wieder an
die Deutschen übergeben, da er wegen seines Alters (66
Jahre) offenbar keine Gefahr darstellte. Man lässt ihn in
Frieden ziehen, jedoch unter dem schriftlichen
Versprechen, nie wieder das aktive Kommando eines Schiffes
zu übernehmen. Die Gustloff schien die perfekte
Gelegenheit zu sein.
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