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DER
UNTERGANG DER M.S. WILHELM GUSTLOFF

Auf der Flucht vor den
brutalen Angriffen der sowjetischen Roten Armee
verlässt die Wilhelm Gustloff den Hafen mit über
10.000 deutschen Flüchtlingen, Seepersonal und
verletzten Soldaten an Bord.
Das
Schiff wurde jedoch nur für maximal 1.880 Passagiere
und die Besatzung ausgelegt und konstruiert. Zu den
Flüchtlingen zählen 4000 Säuglinge, Kinder und
Jugendliche auf ihrem Weg zu einer viel versprechenden
Sicherheit im Westen. Minus 18°C (0° Fahrenheit)
herrschen beim Oxhöft Pier in Gotenhafen (Gdynia) am
Dienstag, 30. Januar 1945.
Zum
ersten Mal seit 4 Jahren startete das ehemalige
Flagschiff für Nazi-Kreuzfahrten seine Maschinen. Es
nimmt Kurs auf Kiel in Deutschland - weit entfernt vom
Zerfall der Ostfront. Eisbrecher sind damit
beschäftigt, einen Weg durch die Bucht von Danzig zu
schlagen, um einen Weg durch die bitterkalte Ostsee zu
bahnen.
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Dieses
ist das letzte bekannte Foto
des „Wilhelm Gustloff“ 30. Januar 1945
source: Gustloff Archiv - used with permission |
Die
Lage auf der Brücke ist angespannt und es herrscht
Uneinigkeit. Zwei Hauptoffiziere (Main Senior Officers)
kommandieren das Schiff gemeinsam. Beide – Friedrich
Petersen (Kapitän der Gustloff) und Wilhelm Zahn (Korvettenkapitän
der U-Boot-Einheit, die seit den
letzten 4 Jahren auf dem Schiff beherbergt war) - können
sich nicht auf einen passenden Kurs einigen.
Auch
Köhler und Weller – zwei junge Kapitäne der
Handelsmarine, bekunden ihre Meinungen von der Brücke
aus.
Gegen
12:30 Uhr deutscher Zeit verlässt die Gustloff den
Hafen. Im Gegensatz zu den friedlichen Kreuzfahrttagen
werden keine Fahnen geschwungen und es gibt keine fröhlichen
Abschiede. Stattdessen zählt nur die Hoffnung, dass
Familie und Freunde, die an Bord sein können, überleben
werden. Unmut und Frustration herrscht bei jenen, die
nicht an Bord gehen können und im Hafen zurückbleiben.
Unter
Deck versuchen tausende Passagiere, sich an den für sie
vorgesehen Reiseplätzen einzufinden. Passagiere, die in
letzter Minute an Bord ankamen, sind dankbar für jeden
kleinen freien Platz, den sie finden und nutzen können.
Der gesamte Platz des Schiffes ist belegt. Über
Lautsprecher wird allen mitgeteilt, die Rettungswesten
zu tragen, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden.
Unter keinen Umständen sollten sie diese entfernen.
An
Deck der Gustloff stürmen Wind, Schnee und Hagel. Die
See wird rauer, nachdem die Bucht hinter ihnen liegt und
viele werden seekrank. Es gab keine Möglichkeit, sich
über Bord zu erleichtern, die Toiletten an Bord
verstopften und es verbreitete sich ein ekelerregender
Gestank.
Dennoch
ist dies für Viele – angesichts der bereits
erduldeten Nöte – nur ein kleiner Preis, den sie zu
zahlen bereit sind.
Auf
der Brücke wird weiterhin zwischen den 4 Kapitänen und
Senior Officers diskutiert. Sie debattieren über die
Route, die optimale Geschwindigkeit und ob die Gustloff
sich im Zick-Zack-Kurs bewegen sollte, um nicht entdeckt
zu werden. Auf eines können sich die Kapitäne einigen:
sie sind mit der Unzulänglichkeit ihrer Eskorte
unzufrieden. Die Gustloff wird nur von der Hansa
(ein weiterer Liner mit Tausenden Menschen an Bord;
Ziel: Westen) und von 2 älteren Torpedo-Booten
begleitet. Die Lage würde sich verschlechtern, wenn die
Hansa und ein Torpedo-Boot Probleme entdeckten
und nicht weiterfahren könnten. Die Wilhelm Gustloff
ist somit fast auf sich alleingestellt mit nur einer
kleinen Eskorte, die Schutz bieten soll. Ungefähr 1,5
Stunden nachdem sie Gotenhafen verließ, schlägt die Gustloff
einen Kurs weiter entfernt von der Küste in „Lane No.
58“ ein – einem Kanal, der „offiziell“ nach
Minen untersucht war.
Der
sowjetische U-Boot-Kapitän Alexander Marinesko fährt
in den Golf von Danzig, ohne seine zentrale
Kommandostelle zu informieren. Nachdem er mit anderen
russischen U-Booten vor der Küste entlang der Memel
patrouillierte, waren andere Möglichkeiten nur spärlich
vorhanden. Von feindlicher Aktivität in den Häfen bei
Danzig informiert, hofft er so auf bessere Chancen. Da
das Kriegsgericht bereits wegen vorheriger
Indiskretionen ein wachsames Auge auf ihn hielt, benötigt
er bessere Chancen. Es ist ein kalkuliertes Risiko für
den kühnen Kapitän und seine 47 Mann starke Crew. Ohne
es zu ahnen, nimmt Marinesko direkten Kurs auf den
tödlichsten Untergang, für den je ein U-Boot
verantwortlich war.
Kurz
nach 18 Uhr erreicht die Gustloff die Nachricht, dass
ein Konvoi von Minensuchbooten auf sie zukommt. Wieder
wird auf der Brücke diskutiert. Wie hoch wäre das
Risiko einer Kollision? Sollten Lichter angeschalten
werden? Wilhelm Zahn empfiehlt, dass die grünen und
roten Navigationslichter angeschalter werden sollten.
Der alternde Kapitän Petersen stimmte dem zu und die
Lichter wurden angestellt – eine Entscheidung, die
eine zentrale Bedeutung in der bevorstehenden
Katastrophe bekommen wird. Indessen bedeckt Eis die
Decks und gefriert auf den Davits der Rettungsboote. Die
Flugabwehrwaffen sind ebenfalls immobil geworden und die
Bemühungen der Besatzung, sie vom Eis zu befreien,
schlagen fehl.
Trotz
der eisigen Kälte, die draußen herrscht, steigen die
Hitze und die Feuchtigkeit unter Deck an. Viele
ignorieren die Petersens Anordnung, die Rettungswesten
überzuziehen – ein Risiko, dass sie offenbar
hinnehmen, nur um ihren enormen Komfort zu behalten.
Man hört einige der tausend Kinder an Bord
weinen. Diejenigen, die in der Lage sind, etwas zu
essen, bekommen Suppe, Sandwiches und andere
Grundnahrungsmittel angeboten. Einige
sind sogar in der Lage zu schlafen. Im
integrierten Glasdeck unterhalb der Brücke kümmert man
sich um verwundete Soldaten und schwangere Frauen.
Einige
Zeit vor 20 Uhr entdeckt der 1. Offizier auf dem S-13
Lichter in der Ferne. Marinesko begibt sich umgehend auf
den Weg zum Kommandoturm. Als der Schnee für einen
Moment aufklart, entdeckt
er (in seinen Worten) „die Silhouette eines (enormen)
Ozeanliners, der ebenfalls beleuchtet
war“. Während
der nächsten 2 Stunden beschattet Marinesko die Wilhelm
Gustloff
und verfeinert seinen Angriffsplan. Seine Crew an Bord
beginnt zu fühlen, dass sich ihr Glück wenden wird.
An
Bord der Gustloff
ist sich niemand der Gefahr bewusst, die in der
Dunkelheit lauert. Das U-Boot-Ortungssystem an Bord des
eskortierenden Torpedobootes Löwe
ist gefroren und nutzlos. Die Mannschaften beider
Schiffe müssen sich auf ihren Blick verlassen – eine
harte Anweisung unter diesen Bedingungen. Die fröhliche
Musik, die aus den Lautsprechern ertönt, wird kurz nach
20 Uhr unterbrochen. Hitler, live im Radio, hält eine
leidenschaftliche Rede zu Gedenken des 12. Geburtstags
der Naziregierung, die durch alle Gänge des Schiffes
hallt. Zweifelsohne liefert es für einige eine gewisse
Art Komfort, während sie von vielen anderen nur mit
zynischen Bemerkungen zugefüllt werden.
Marinesko
hätte keinen dramatischeren Zeitpunkt wählen können.
Nur wenige Minuten nach der Ansprache des Führers
(gegen 21 Uhr), gibt er das Kommando, alle 4 Torpedos
des S-13
abzufeuern. Als ob die russische Vergeltung
hervorgehoben werden sollte, war jedes Torpedo mit einer
„Widmung“ bemalt:
Torpedo
1: Für das Mutterland
Torpedo 2: Für Stalin
Torpedo 3: Für das sowjetische Volk
Torpedo
4: Für Leningrad
In
rasendem Tempo nähern sich 3 der Torpedos Marineskos
unbekanntem aber „enormem“ Ziel.
Ein Torpedo – „Für Stalin“ – bleibt zurück. Es
bleibt in seinem Startrohr stecken, sein Zünder vollständig
aktiviert, und droht, das U-Boot mit nur einem kleinen
Ruck in Stücke zu reißen. Wenn die Crew des S-13
nicht
so schnell und umsichtig reagiert und den Torpedo entschärft
hätte, hätte niemand gewusst, dass es für den
Untergang der Gustloff verantwortlich gewesen ist.
An
Bord des Flüchtlingsschiffes spielt wieder
leise Musik aus den Lautsprechern, begleitet von
dem leisen Wimmern der unzufriedenen Kinder und auch von
Erwachsenen. Auf der Brücke herrscht vorsichtige
Erleichterung unter den 4 Kapitänen, da sie nun die
„Stolpe Bank“ erreicht hatten. Sie teilen die
Gedanken daran, dass das gefährlichste Gewässer ihrer
Reise hinter ihnen liegt. Zusätzlich zu ihrer ersten
Mahlzeit seit der Abfahrt, wird eine Runde Cognac
gereicht, um auf
das Glück anzustoßen. Kapitän Weller bleibt
pflichtgetreu auf der Brücke. Und dann.....
21:16
Uhr trifft das erste Torpedo die Vorderseite des
Schiffes und reißt klaffendes Loch in das Backbord. Nur
Momente später trifft das zweite Torpedo weiter
achteraus, wo sich der Swimmingpool befindet. Letztlich
trifft das letzte Torpedo direkt den Maschinenraum
unterhalb des Trichters. Den Passagieren und der Crew
wird der Boden unter den Füßen weggerissen.
Diejenigen, die sich in direkter Nähe der
Angriffspunkte befanden, wurden praktisch vapourisiert
und haben sich so wahrscheinlich die umgreifende Panik
und das Leid erspart.
Nach
den ersten Schadensberichten wurde veranlasst, die
wasserdichten Türen zu schließen, um den vorderen Teil
des Schiffes
zu versiegeln. Leider war dies der Bereich der
Besatzungsquartiere. Viele der dienstfreien
Crewmitglieder (besonders diejenigen, die in der
Benutzung der Rettungsboote und auch in Notfallmaßnahmen
trainiert waren) wurden so in ihren Räumen
eingeschlossen.
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Der
Swimmingpool zu Kreuzfahrtzeiten |
Die
Szenerie des zweiten Torpedoangriffes ist bedrückend.
Der abgelassene Swimmingpool (und die Kabinen des
direkten Umfeldes) wurde behelfsmäßig zur Unterkunft für
viele der Hilfsmarine (Women’s Naval Auxiliary)
umfunktioniert. Der Torpedoangriff verwandelte die
Fliesen, mit denen erst vorher der Pool dekoriert wurde,
in Fluggeschosse. Mädchen,
die in der Nähe standen, wurden von den umherfliegenden
Fliesen und Metallteilen in Stücke geschnitten. Das
erste Mal seit Jahren
fließt Wasser
in den Pool. Aber dieses Mal schwimmen Leichen,
Leichenteile und leere Rettungswesten im Wasser. Nur
zwei oder drei der 373 Mädchen können flüchten.
Das
dritte Torpedo besiegelt das Schicksal der Wilhelm
Gustloff.
Dieser direkte Treffer im Maschinenraum bringt die
Motoren und somit die Kraft des beschädigten Schiffes
zum Stillstand. Die Lichter verlöschen und die
Kommunikationsmöglichkeiten des Schiffes liegen still.
Für einige Momente kann man nur das Chaos der Schreie
und des heranfliessenden Wassers hören. Man kann nur fühlen,
dass das Schiff sich bereits zur Backbordseite neigt.
Minuten später flackern die Notlichter auf und
beleuchten das entstandene Chaos.
Da
jede Möglichkeit der Kommunikation ausgefallen ist,
muss der Funker Rudi Lange einen Nottransmitter
benutzen, um SOS funken zu können. Mit einer Reichweite
von nur 2000 Metern ist nur das Torpedoboot Löwe in der
Lage, den Funkspruch zu empfangen und erfährt so von
dem Angriff auf die Gustloff. Ohne Verzögerung wendet
es sich in Richtung des beschädigten Schiffes, während
das SOS der Gustloff erneut übertragen wird.
Viele
überleben nicht die Hektik auf den Decks. Die Aufrufe
des P. A. Systems Ruhe zu bewahren, werden ignoriert und
vermischen sich mit den Tönen der Alarmsirenen. Die
Regel „Frauen und Kinder zuerst“ wird von vielen
ignoriert, die verängstigt versuchen an Deck und zu den
Rettungsbooten zu gelangen. Die Treppen sind blockiert
von unzähligen Menschen die versuchen, den reißenden
Fluten unter Deck zu entkommen. Auf dem Weg zu stürzen
ist gleichbedeutend mit dem sicheren Tod. Viele die in
der Menschenmenge gefangen sind, können kaum atmen und
es ist kaum möglich, Arme oder Füße zu bewegen; man
wird im Strom mitgerissen. Nur einige finden weniger
schwierige Wege um an Deck zu gelangen.
Einige,
die die Hoffnungslosigkeit der Situation nicht mehr
ertragen können, entscheiden sich für den Freitod und
erschießen sich und ihre Familien mit Pistolen. Aber
die Pistolen werden nicht nur für den Freitod genutzt.
Viele bewaffnete Offiziere nutzen sie, um die Massen
unter Kontrolle zu halten. Einige Schüsse fallen, nur
um die Unruhe auf dem Schiff zu zerstreuen und die
Menschen zur Vernunft zu bringen.

Interpretation der
letzten Momente der Gustloff, von Irwin J. Kappes
An
Deck verschlimmern Eis und untrainierte Crewmitglieder
die Situation. Menschen rutschen auf der eisbedeckten Fläche
aus und stürzen in das eiskalte Wasser. Mit jeder
verstrichenen Minute wird die Situation auf der Gustloff
hoffnungsloser. Selbst
Rettungsboote sind an den Davits festgefroren. Mit bloßen
Händen zieht und schlägt man auf sie ein, um sie vom
Eis zu befreien. Selbst wenn sie in der Lage sind, die
Rettungsboote zu lösen so sind doch viele der
Crewmitglieder, die auf das Ablassen der Boote trainiert
sind, unter Deck hinter den geschlossenen Schotten
eingesperrt. Nur ein einziges Boot wird während des
Untergangs korrekt zu Wasser gelassen. Eines verlässt
das Schiff mit nur 12 Seemännern an Bord. Bei anderen
Booten reißen die Halteseile und sie kentern; die
Menschen in diesen Booten stürzen in das eisige Wasser
oder auf andere Menschen, die sich bereits im Wasser
befinden. Dann brechen die nutzlos gewordenen
Luftwaffengeschosse aus, fallen über Bord und landen
direkt auf einem voll besetzen Rettungsboot.
Einige
berichten, dass ein hoher Offizier und seine Frau ein
Motorboot zu Wasser lassen, das nur halb besetzt ist. Es
passiert direkt das Tafelglas des geschlossenen
Promenadendecks, auf dem verzweifelte Frauen und Kinder
eingeschlossen sind. Man kann sich nur vorstellen, was
in den Menschen auf beiden Seiten des Glases vorging. Es
scheint, als ob eigennütziges Handeln nicht nur für
die Passagiere vorbehalten ist.
70
Minuten nach dem Einschlag des ersten Torpedos stürzt
das ehemals glorreiche Symbol eines zerfallenen Empires
in die Fluten der eiskalten Ostsee und reißt tausende
gefangene Seelen mit sich. Kurz bevor die Gustloff in
die Tiefen stürzt, lodern ihre Lichter noch ein letztes
Mal auf. Das Wehgeschrei der Sirenen erstirbt mit dem
Schiff als es in die Tiefe stürzt.
Die
Menschen, die im eisigen sturmgepeitschten Wasser der
Ostsee gefangen sind, werden nicht lange überleben.
Viele versuchen unter den Schlägen der verzweifelten
und paranoiden Insassen die Rettungsboote zu erklimmen.
Die Leichen der Opfer, die von ihren Schwimmwesten
getragen werden, treiben leblos in der See auf und ab.
Die Leichen der kleineren Kinder schwimmen kopfunter im
Wasser, da die Rettungswesten nicht für so kleine Größen
geschaffen sind. Es scheint, als ob die Rettungswesten
selbst nie erwartet hätten, dass jemals einem Kind eine
solche Tragödie zustößt.
Nach
dem Untergang der Gustloff werden die Rettungsaktionen
fortgesetzt. Das Torpedoboot Löwe –
offensichtlich das 1. vor Ort – nimmt weiterhin Überlebende
(insgesamt 472) aus den Rettungsbooten auf. Es ist keine
einfache Aufgabe, da die Wellen meterhoch schlagen können.
Ein weiteres Torpedoboot – T-36
– trifft gerade ein als das Schiff untergeht und
beginnt mit der Rettung Überlebender (insgesamt 564).
Das schwere Kreuzschiff – Admiral Hipper – das von
der T-36 eskortiert wurde – erreicht die Unglücksstelle
später. Es kann jedoch – aus Angst weiterer
U-Boot-Attacken – nicht bleiben. Drei Minensuchboote
treffen ein um ein Rennen gegen die Zeit und das
eiskalte Wasser der Ostsee anzutreten. Sie retten 179 Überlebende.
In der Zwischenzeit treffen auch die Frachter Göttlingen und Gotenland
sowie andere kleinere Boote ein, um zu helfen. Sie
ziehen jedoch meist nur gefrorene leblose Körper aus
dem Wasser.
In
jedem Unglück können dennoch auch Wunder geschehen. 7
Stunden nach Untergang des Schiffes trifft ein kleines
Patrouilleboot – VP-1703
– an der Unglücksstelle ein, an der unzählige
Leichen im Wasser treiben. Seine Suchlichter entdecken
ein Rettungsboot. Als Petty Officer Werner Fick in das
Boot springt um es zu inspizieren, entdeckt er einen Säugling,
der in einer Wolldecke eingewickelt war. Inmitten all
der gefrorenen Leichen hat dieses kleine Wesen überlebt
und ist somit der letzte offizielle Gerettete der
Wilhelm Gustloff.
Die
Gesamtzahl der geretteten Überlebenden beläuft sich
auf ca. 1230 Menschen. Über 9000 ließen ihr leben –
gefangen auf dem Grunde der Ostsee oder dahintreibend in
ihren unbarmherzigen Fluten.
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Klicken
Sie auf die einzelnen Punkte der Landkarte um einen
Überblick der Aktivitäten der Gustloff und
des russischen U-Bootes S-13 im Januar 1945 zu
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