welcome unknown
history
sinking
stories
facts


gallery

community


resources

achtung!

   
 
WALTER SALK

 

Dies ist eine Geschichte, die dem Herzen die Tragödie näher bringt

Der 21jährige Walter Salk kam an Bord der Wilhelm Gustloff in der Nacht um, in der sie torpediert wurde. Seine Nichte, Rita Rowand (aus Virginia, USA), hat freundlicherweise zugestimmt, die persönlichen Details seiner Geschichte mit uns zu teilen.

Es ist eine bewegende Erzählung, die die menschliche Seite dieser schrecklichen Tragödie und die emotionale Auswirkung, die dies alles auf Familie und Freunde hat, zeigt.

Die Briefe erzählen die Geschichte – beginnend mit Auszügen aus Walters zensierten Briefen an die Eltern zu Hause in Essen-Altenessen.

Trotz der Arbeit der Zensoren bekommt man Einblicke in Walters Gefühlsleben. Es ist offensichtlich, dass der Druck ansteigt, als die Sowjetische Rote Armee der Hafenstadt Gotenhafen (Gdynia)  - dem Heimathafen der Wilhelm Gustloff und der 2. U-Boot Trainingseinheit - bedrohlich näherrückt.

Rita hierzu:

„Walter Salk war ein See-Mechaniker der Deutschen Marine. Er war 1945 auf der Wilhelm Gustloff stationiert. Er hatte auf der T. S. Murwik gedient, auf der er Freundschaft mit einer jungen Kantinenarbeiterin namens Christa Hausen schloss.

Kürzlich entdeckte ich eine Reihe von Briefen, die Walters letzte Tage auf der Gustloff vor deren Untergang dokumentieren sowie einen tiefgreifenden Brief von Christa an Walters Mutter (meine Großmutter) über seinen Verbleib. Aufgrund der einfachen Kommunikationsmöglichkeiten zur damaligen Zeit war eine umgehende Nachricht über den Untergang der Gustloff nicht möglich.

Am 1. Februar 1945, ein paar Tage nach dem Untergang, schrieb meine Großmutter an Walter. Dieser Brief kam zu ihr zurück und ist Teil dieser Sammlung. Ich habe einige Auszüge der Briefe übersetzt um erzählen zu können, wie diese Tragödie sich auf das Familienleben auswirkte. Weiterhin liegt mir die Nachricht des Deutschen Inspektors des Marine-Dokumentations-Centers vor, in dem Walter offiziell für tot erklärt wird, nachdem er für mehr als ein Jahr als vermisst gemeldet war.

Aus den Berichten meiner Mutter weiß ich, dass meine Großmutter die Hoffnung hegte, dass er vielleicht von den Russen gefangen genommen wurde und noch immer am Leben war, inhaftiert irgendwo in Russland.

Doch dies war nicht der Fall und die offizielle Nachricht vom 28. September 1946 belegt, dass Walter nicht zu den Überlebenden des Schiffsunglücks zählt, und es somit schier unmöglich war, dass er inhaftiert wurde, da sich keine russischen Schiffe zur Zeit des Untergangs in der näheren Umgebung aufhielten, um Überlebende aufzunehmen.“

 

Im Folgenden finden Sie Auszüge aus diesen Briefen:


Gotenhafen, 25. Dezember 1944

Meine lieben Eltern!

Gestern hatten wir Urlaub aber ich hatte von 7 Uhr bis zum Mittag Dienst und dann erneut von 20 – 21 Uhr. Jeder von uns bekam 10 Zigaretten und 4 Zigarren. Wie geht es Inge (seine Schwester, meine Mutter) und Großmutter (Oma) und Großvater (Opa)?...


Gotenhafen, 3. Januar 1945

Meine lieben Eltern!

Gestern erhielt ich euren lieben Brief mit all euren herzlichen Grüßen und den 50 DM, für die ich euch sehr danke...


Gotenhafen, 8. Januar 1945

Meine lieben Eltern!

Gestern erhielt ich euren Brief vom 1. Januar. Vielen Dank!...


Gotenhafen, 9. Januar 1945

Meine lieben Eltern!

Ich möchte euch noch einmal für das Geld danken, dass ihr mir geschickt habt. Es ist jetzt 23.10 Uhr. Heute haben wir 20 Uhr einen Film angesehen...


Gotenhafen, 14. Januar 1945  (der letzte Brief)

Meine lieben Eltern!

... alles ist beim Alten. Gestern bin ich mit einigen Kameraden ausgegangen… Ich werde froh sein, wenn ich Gotenhafen verlasse,... und irgendwo anders stationiert werde. Ich werde euch meine neue Adresse mitteilen. Jetzt muss ich schließen; ich habe später noch Dienst.

Euer Sohn, Walter.


WS_returnedletter.gif (46670 bytes)Essen-Altenessen,  1. Februar 1945
(Der Brief kam als “unzustellbar” zurück)

Mein lieber Walter!

Ich sende Dir meine Grüße. In letzter Zeit hat sich hier im Osten viel verändert. Ich schreibe Dir um Dich wissen zu lassen, dass Tante Martha am 16. Januar die Stadt verlassen hat. Wir haben bis zum 25. Januar nichts von ihr gehört. Sie war in Ostpreußen und kann wahrscheinlich nicht mehr ausreisen. Sie wollte Dich besuchen. Vielleicht werden wir bald mehr von ihr hören. Dein Vater fühlt sich ein wenig besser und Inge wird am 9. Februar ihren 17. Geburtstag begehen. Schicke mir Deine neue Adresse, sobald Du sie kennst. Du bist mein guter Junge.

Herzliche Grüße und Küsse von Mutter und Vater.


Flensburg, 8. März 1945  (Von Christa)

Liebe Frau Salk!

Sie werden überrascht sein, einen Brief zu bekommen von jemandem, den sie nie kennen gelernt haben.

Meine liebe Frau Salk, ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir Neuigkeiten übermitteln könnten. Ich kenne Ihren Sohn sehr gut; ich war Kantinenhelferin auf der T. S. Murwik. Walter und ich sind gute Freunde geworden.

Jetzt habe ich bereits seit 21. Januar keine Nachricht mehr von Walter erhalten. Da er auf der Wilhelm Gustloff war und diese torpediert wurde, befürchte ich, dass Walter an Bord war. Vielleicht, Frau Salk, können Sie mir sagen, ob Walter noch lebt?

Walter sagte mir kurz bevor er von Flensburg zurückversetzt wurde: “Wenn Du nicht von mir hörst, wirst Du wissen, dass ich nicht mehr am Leben bin.” Einer seiner Freunde gab mir Ihre Adresse und so bitte ich Sie, liebe Frau Salk, informieren Sie mich, wenn Sie Neuigkeiten von ihm haben. Ich wäre ihnen unendlich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen,

Christa Hausen


Warnemünde, 18. Dezember 1945

Offizielle Nachricht

Mit dieser Auflistung informieren wir Sie, dass Mech. Maat Walter Salk, geboren am 29. September 1923 in Essen-Altenessen auf dem Schiff „Wilhelm Gustloff“ auf hoher See nahe Stolpmunde in der mittleren Ostsee, offiziell als vermisst gemeldet wurde.

H. Brueggemann


WS_nod.jpg (112934 bytes)Marine-Dokumentations-Center
Britisches Marine-Oberkommando

(21 a) Minden/Westf.

28. September 1946
Ref. Nr.: Vd. 0232

Betreff: Verbleib des Mech. Mt. Walter Salk, auf dem Schiff "Wilhelm Gustloff"

Betreff: Brief von Rudolph Dommasch, [Walters Onkel] vom 7. März 1946

Sehr geehrte Frau Salk!

Es ist meine Pflicht, Ihnen die schmerzliche Nachricht zu überbringen, dass Ihr Sohn, Mech. Mt. Walter Salk, seit 30. Januar 1945 offiziell als vermisst gemeldet war. Er war auf dem KDF-Schiff „Wilhelm Gustloff“ stationiert.

Dieses Schiff wurde am 30. Januar 1945 von einem russischen U-Boot torpediert und sank. Ihr Sohn war nicht unter den Überlebenden, die gerettet wurden; sie müssen sich damit abfinden, dass er nicht länger unter uns ist. Die Möglichkeit, dass er in einem russischen Gefangenenlager sein könnte, ist sehr gering. Russische Schiffe befanden sich während der Rettungsaktion nicht in diesem Gebiet.

Wenn Sie bis jetzt noch nichts von Ihrem Sohn gehört haben, erklären wir ihn offiziell für tot und werden dies in Hamburg entsprechend aufnehmen.

Deutscher Leiter
Marine-Dokumentations-Center

 


Gewidmet der Erinnerung an Walter Salk
geboren: 29. September 1923   gestorben: 30. Januar 1945

Wir danken Rita Rowand, dass sie diese bewegende Story aus ihrer Familiengeschichte mit uns geteilt hat.

 

 

all contents © 2007 wilhelmgustloff.com

no part of this website may be reproduced without permission